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Tag der Organspende – ins Wasser gefallen?

| | Allgemein, Gesundheitspolitik, Krisen-PR, Medien

Die Organspende in Deutschland ist durchs Fegefeuer gegangen. Erst hat sich die Politik, also der Bundestag, mit dem Gesetz zur Regelung einer Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz im November 2012 entschlossen, die Anatomie Modell, Herz-Kreislauf System des Menschenbundesdeutsche Bevölkerung aufzufordern, sich intensiv mit einer Organspendermöglichkeit auseinanderzusetzen. Und dies geschieht, in lobenswerter Weise,  aktiv, mit einer starken Exekutive in Form der Krankenkassen, der Länder und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BgZA). Und noch dazu regelmäßig, denn das Gesetz fordert uns Bürger/Innen alle zwei Jahre wieder zu befragen. Zudem wurden die Lebendspender durch die GKV und PKV mittels Lohnfortzahlung, Kostenübernahme etc. besser geschützt. Alles vorbildlich, ein gutes Gesetz von einem guten Parlament, auf das man stolz sein darf.

Doch dann kam es zum Organspende-Skandal, bei dem aufgedeckt wurde, dass Ärzte „Ihre“ Patienten auf Wartelisten nach vorne tricksten. CAVE: Organspender waren selber nie von dem Skandal betroffen, sondern diejenigen, die mit dem Tode ringend auf eine faire Zuteilung der knappen, lebensrettenden Organe warteten. Das Ergebnis ist bekannt: Die Zahl der Organspender – die sowieso bereits gering war – hat weiter abgenommen. In der Konsequenz stirbt weiter alle acht Stunden ein Patient/In, für den kein Ersatzorgan gefunden werden konnte. Jetzt stemmen sich die DSO und das BMG mit einer Kampagne gegen diesen Negativ-Trend. Auch mit dem Tag der Organspende 2013, der am 1. Juni 2013 gewesen ist.

Nun ist der 1. Juni vorbei ………………………………………………………………………………………    und wie so oft in der PR:  Hochwasser und der FC-Bayern haben die Schlagzeilen „dem Tages für… XYZ“ wegsp(ü)ielt. Die Organspendelage bleibt also weiter todernst. Der Alltag ist wieder da – 364 Tage lang.

Vielleicht hilft den Verantwortlichen die Erinnerung an ein anderes Gesetz: das Gesetz der erfolgreichen PR mit den Paragraphen:

§ 1. Ausdauer ……….der Weg ist die Wirkung

§ 2. Wahre (und damit gute) Botschaften zeigen wahre Wirkung.

§ 3. Kompetente Inhalte bitte …………….nur Qualität wirkt

§ 4. Nimm die Zielgruppe ernst, “do not try to fool them“! Sei kein „wise guy“ / Oberlehrer, arbeite nicht mit erhobenem Zeigefinger. 

Das BMG, die DSO, die GKV und die BZGA haben alles für einen Erfolg: Budget, Argumente, Zeugen und hoffentlich Ausdauer. Viel Erfolg.

Ich persönlich habe übrigens nichts davon, dass meine Leber oder Niere oder Herz eines Tages mit mir zusammen zu Asche verbrennt. Also bitte recyceln, wenn´s geht.

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