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Grippeimpfstoff zurückgezogen – Causa Krisen-PR

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© fovito – Fotolia.com

Novartis muss aufgrund der Reaktion von Ausflockungen seinen Grippeimpfstoff zuerst aus Italien, dann aus dem Heimatmarkt Schweiz und nun auch die betroffenen Chargen aus Deutschland vom Markt nehmen. Stand 13:00 26.10.2012 sind alleine 649 Nachrichten zur Grippeimpfstoff-Krise online. Da es vorher bereits Engpässe bei der Bereitstellung von genügend Impfstoffen gegeben hat, erhält Novartis nun die maximal mögliche Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Ich will mich hier nicht mit dem Vorgang und Novartis als solches befassen,  das geschieht ja bereits zu genüge, sondern an dieser Stelle Krisen-PR-Essenzielles skizzieren.  

© Sergej Khackimullin – Fotolia.com

Was benötigt eine funktionierende Krisen-PR an allererster Stelle? Transparenz?  Sachlichkeit? Glaubwürdigkeit? Verantwortlichkeit? Kompetenz?  Externe Gutachten?  Alles wichtig, aber an erster Stelle steht – ein PLAN. Und zwar VOR der Krise. 

Dazu gehört eine frühzeitige – bitte immer durch einen externen, objektiv-neutralen  Blick unterstützte – Suche nach potenziellen Krisenschwerpunkten / -themen.  Weiter wichtig: Die klare und unmissverständliche Festlegung von Kommunikationsabläufen und  verantwortlichen Stellen im Unternehmen. Und: Ein Media-Training der Verantwortlichen. (Leider gibt es eine Unzahl von TV-Interviews mit unvorbereiteten Geschäftsführern / Pressesprechern, gerade in der Pharmazie. Das ist unprofessionell – und kostet oft den Kopf, sprich Job.  Das ist weder im Sinne der Person noch des Unternehmens. http://www.youtube.com/watch?v=4yRTsRLNYH0).

Eigentlich klar, aber trotzdem klar gestellt: Im Jahre 2012ff. ist auch die beliebte „Wir sagen nichts zu den Vorgängen.“ – Taktik ein absolutes NoGo. Die „Kopf in den Sand stecken“-Verhaltensweise ist  noch immer ein Grund, weshalb öffentliches Pharma-Bashing so einfach geworden ist:

  1. Missstand entdecken.
  2. Behauptung aufstellen.
  3. Konfrontation der Geschäftsleitung.
  4. Ablehnung des Interviews.
  5. Wir haben also Recht.
  6. Klappe und senden.
© Sergej Khackimullin – Fotolia.com

Krisen-PR-Vorbereitung und -Planung hat oberste Priorität. Kennen Sie Birkel? Den Nudel-Ei-Skandal? Die Falschbeschuldigungen haben das damals mittelständige Unternehmen in den 80-iger Jahren  fast in den Untergang getrieben. Die Wiedergutmachung vor Gericht erreicht Birkel erst Anfang der 90iger Jahre. 1990 ging Birkel im Danone-Konzern auf.

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