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Frankfurter Rundschau & FTD auf der einen Seite …

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© Amir Kaljikovic – Fotolia.com

Stetig ist nur der Wandel, gerade für Unternehmen. Eine banale Erkenntnis sollte man meinen, trotzdem wird diese Weisheit immer wieder gerne verdrängt, meist von denen, die erfolgreich waren und es plötzlich nicht mehr sind. Beispiel Nokia: Erinnern Sie sich noch an die Arroganz des Ex-Weltmarktführer für Mobiltelefone bei der Werksschließung in Bochum? 

Die Produktion wurde nach Rumänien verlegt, um weltweit wettbewerbsfähige günstige Handys produzieren zu können. Das Werk wird gerade geschlossen. Die Konsumenten wollen nämlich gar nicht „billig“, sondern hochwertige und hochpreisige Smartphones von Apple, Samsung oder HTC. Was hat das mit der Rundschau und der FTD zu tun? Die bieten doch nun wirklich hochwertigen und sogar wiederholt ausgezeichneten Journalismus an? Mag wohl sein, nur wollten diesen Qualitätsjournalismus bei der FR immer weniger Leser bezahlen, bei der FTD war dies noch nie der Fall. „Die haben die neue Medien verpasst“ sagt sich schnell dahin. Stimmt aber nicht – der Online-Auftritt der FR war Ende der 90iger Jahre (ja, da gab es schon Internet 😉 ) führend, z. B. im Immobilien/Wohnungsanzeigenmarkt.

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Die FTD hatte mit Beginn des Siegeszuges von Iphone und iPAD sehr früh Ihre FTD App. Leider ist die FR nicht am Ball geblieben, was Ihren eigenen Online-Erfolg angeht, die „neuen“ Portale haben Ihnen die Kunden wieder abgenommen. Daher wurde die FR von der Anzeigen- bzw. Werbewirtschaft „links“ liegen gelassen. Der Platz für die FTD als Wirtschaftstageszeitung war von Anfang an zu eng neben dem Handelsblatt. Das ist nun einmal  Nischenmarkt und es gibt nicht genug Leser in dieser Zielgruppe, die täglich in eine Wirtschafts-TAGESzeitung schauen. Man bedenke: Das Handelsblatt strotzt ja schon nicht vor wirtschaftlicher Kraft (dort dürfte man nun ein wenig aufatmen)!

Gibt es denn eine Konstante in diesem rasanten Wechsel der Medien, oder besser der Medienkanäle? Ich meine ja! Es werden sich die Angebote durchsetzen, die a. hochwertige (= interessante/hilfreiche/unterhaltsame) Inhalte mit b. einfacher Verfügbarkeit (online, Kiosk, Tankshop, Bäckertresen)  und einem c. Wertschöpfungsansatz (der direkte Nutzer bezahlt oder die Werbe/Anzeigen-Wirtschaft und deren Kunden) verbinden. An c.  zerbrechen sich gerade die traditionellen Verlage die Köpfe, auch in den medizinischen Fachmedien.

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Ärztezeitung auf der anderen Seite.

Die Fachverlagsgruppe Springer Medizin zeigt gerade eine sehr konsequente Strategie, in dem sie zielstrebig Fachtitel aufkauft und konsequent einbindt. Botschaft  der Verlagsgruppe:  „Wir haben die Fachleserschaft unter unserem einem Dach, sowohl im Print- als auch im Onlinebreich“. Um Online an relevante Inhalte zu gelangen ist das Springer online password schon so wichtig wie das doccheck Kennwort. Kein anderer Verlag macht dies so konsequent. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Ärztezeitung: neues Layout der Printversion plus die Ärztezeitungs App fürs iPad.

Schafft Springer Medizin, was die Laienverlage nicht schaffen, nämlich die Wertschöpfung in die online Welt zu übertragen?  Der Druck in den Fachmedien ist allerdings auch sehr hoch. Die Generika Industrie, welche vor fünf Jahren noch die Titel mit Einführungs- und Preisvergleichsanzeigen gefüllt hat, ist weg. Erinnern Sie sich noch an die Schottenpreis-Anzeigen von Stada?. Die VFA-Seite geizt jedoch auch mit Einführungen und benötigt im Launch-Ernstfall die Budgets für Market-access Ausgaben unter AMNOG-Anforderungen.

Führt Springer nun die Ärzte dahin „wieder“ Geld für Fachmedien und Ihre Inhalt auszugeben. Bringt die Konzentration vieler Fachtitel auf ein Haus und die Online-Umsetzung genügt Einsparungen um gesund wirtschaften zu können? Und welchen Zugang hat Healthcare-PR eigentlich in dieser Landschaft? Auch für uns haben sich die Anforderungen verändert und wir stellen uns darauf ein denn: „Stetig ist der Wandel!“

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