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Der Blick in die Zukunft ist einfach

| | Allgemein, Marketing, Medien

Der Blick in die Zukunft der Kommunikationsgewohnheiten ist einfach: Schauen Sie Ihren Kindern und Jugendlichen über die Schulter!

Während wir noch vor der TV-Glotze gesessen haben,  hängt die Jugend von heute vor dem Laptop, Netbook oder iPad ab. Einige wenige TV-Top-Serien schaffen es dennoch, dass der schon fast eingestaubte Fernseher wieder angeschaltet wird. Aber ansonsten wird Lets Play geschaut, geskypt und gleichzeitig online mit den Klassenkameraden Minecraft, Cube World oder L.o.L. gemeinsam gespielt. TV-Formate für „Jugendliche“ wie DSDS und GNTM sind bereits als inszeniert und redundant entlarvt und deshalb… einfach öde. „RTL, das N steht für Niveau“,  beschreibt das soziale Ansehen von Schmäh-TV an deutschen Schulen.

TV ist mega-out. Die aktuelle IFA zeigt uns gerade internetfähig Fernseher als neuen Standard – das war´s dann mit RTL und ARD!

Zeitung lesen… njet, nicht mehr von dieser Zielgruppe. Die letzte gedruckte Schülerzeitung soll laut Historikern aus dem Jahre 2009 stammen. Die heutige Schulzeitung ist bestenfalls ein Bestandteil der Schul-Webseite.

Online-News Portale  (Das sind die Medienkanäle, auf die sich Axel Springer, Spiegel und G&J gerade mit Verve stürzen.) Ein Fremdwort für die Kids – es sei denn, es ist die Startseite auf Papas PC.

Wikipedia–Treffer: Das ist die Quelle des Schülerwissens heute und in Zukunft, solange Lehrer dort recherchieren lassen. „Schlagt das mal bis morgen in Wikipedia nach“. Aber auch hier ist der Wandel im Gange. Bei speziellen Problemen nutzt man gleich die Bio-, Physik- oder Latein-App.

Facebook… beginnt schon wieder out zu werden. Die Peer Group lässt sich direkter über WhatsApp und google drive organisieren, ohne das Gefühl zu haben, von Mark Zuckerberg als Milchvieh behandelt zu werden. „Ich werde hier abgemolken“ beginnt sich rumzusprechen, und es gibt ja Alternativen.

Jetzt springen wir 10 Jahre in die Zukunft. Aus den Kids sind junge solvente Konsumenten geworden,  die ohne Zeitung, mit sehr wenig TV und wenig Affinität zu Nachrichten-Portalen  aufgewachsen sind. Wie bilden die sich denn ihre Meinung? Wo kann man diese Zielgruppe mit Kommunikation oder auch Werbung erreichen?

Beispielsweise über YouTube

In YT haben sich ausgesprochen erfolgreiche Kommunikatoren etabliert, die es in ihrer Reichweite bereits locker mit traditionellen Medien aufnehmen.

YT-Stars wie iBlabli haben innerhalb von zwei Jahren 720.000 Abonnenten erreicht. Die Inhalte von iBlabli sind eng altersgruppenfokussiert: Fun und Gaming Themen, oft

iBlabli über 700.000 Abo´s
http://www.youtube.com/watch?v=Tey-bjDNMQM

Alltagssketche aus der Peergroup (Schule), aber auch mal ein Produktvergleich von Konsolen.  Von 700.000 Abonnenten kann man über die YT-Werbung (Wegklick- Spots und Einblender)  schon bescheiden leben.

Inhaltlich anders sieht es bereits bei Lefloid aus. Dieser YT-Star (895.000 Abonnenten) nimmt zum politischen Tagesgeschehen Stellung. Er arbeitet den Giftgasangriff in Syrien auf – mit TV-Bildmaterial.  Interessant ist, dass er auch über ein Highlight aus der Medizin-Innovation ausführlich „berichtet“, wobei „berichtet“ in seiner jugendaffinen Sprache  die durchaus korrekte Beschreibung ist.

http://www.youtube.com/watch?v=Tey-bjDNMQM
http://www.youtube.com/watch?v=Tey-bjDNMQM

Sind Youtuber wie LeFloid die Nachrichtensprecher und von morgen? Es sind zumindest die Nachrichtensprecher und Kommentatoren in einer Person für die Kids von heute. Ohne Chefredakteur! 900.000 Abonnenten, damit bewegt sich Lefloid auf der Auflagenhöhe des Spiegels.

Es geht aber noch mehr.

Schauen Sie sich die Letsplay Videos von Gronkh an. Seine YT-Abonnentenzahl beträgt unglaubliche 2,0 Millionen!

http://www.youtube.com/watch?v=DM52HxaLK-Y

Gemeinsam haben diese Youtuber, dass sie professionell mit einen festen Arbeitsschema agieren, teilweise mit Schnittteam in Arbeitsteilung oder mit Firmen-Hintergrund (PlayMassive GmbH  / Gronkh).

Zur Erinnerung und Vergleich: Der Stern hat eine Auflage von 850.000,  die BILD hat eine verkaufte Auflage 2,7 Millionen… (Q2 2013) http://de.statista.com

Inhaltlich vergleiche ich hier selbstverständlich Äpfeln mit Birnen, doch bleibt die Tatsache, dass sich  Medienangebote im Millionen-Auflagen Maßstab gebildet haben, ohne dass diese außerhalb von YT beworben wurden.

Es geht auch Live.

Es geht auch Live, z.B. mit Charity Let play Events – 24 Stunden Live auf einem Minecraft Server, die Lets-play-YT-Stars versprechen 24 Stunden durchzuhalten, wenn gleichzeitig Spenden fließen.  Als Fan darf man mit seinen „Idolen“ online mitmachen,  werden von einigen tausend Zuschauern schon mal über Nacht 35.000 €  für eine Kinderkrebsstation gesammelt. Natürlich werden mit einer professionellen Donate-Engine die Fake-Spender erkannt und  live überführt. Das ist alles sehr professionell. Wir haben eine coole Jugend.

Die Post-TV-Post-Print-Post-News-Channel Zeit hat also schon begonnen  mit neuen Meinungsbildnern, nennen wir Sie die newMultis. 

Wie aber funktioniert Kommunikation dann noch?

  • Ausschleichend in den traditionellen Medienkanälen.
  • Einschleichend in der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den newMultis.
  • Welcher newMulti kann glaubwürdig zu welchem Thema Stellung beziehen?
  • Wer will das überhaupt und wer nicht?
  • Welchen newMulti kann man in traditionelle Formate intergieren und diesen Formaten in der zukünftigen „all-on-demand-online“  Welt neues, erfolgreiches Leben einhauchen?

Auch die newMultis müssen für eine Sache gewonnen werden. Aber nur das Scheckbuch allein reicht nicht mehr. Gronkh als Werbeträger – das wäre das Ende seines Geschäftsmodells. Die newMultis müssen mit Fakten und Argumenten für eine „Sache“ gewonnen werden. Es muss glaubwürdig passen und für die Fans der newMultis überprüfbar sein.

Deshalb wird es eklatant wichtig sein, Fakten und Informationen = Content überhaupt professionell und  glaubwürdig aufzuarbeiten. Nur Content der aufgearbeitet wurde und adäquat ins Netz eingespeist wird kann auch online gefunden werden und wirken.

Die Profis merken schon: Das hört sich alles nach schweißtreibender,  emsiger und handwerklicher PR-Arbeit im Hintergrund an. Stimmt!

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