Zurück zum Blog

Das kann nur Print – ZEIT 1/2014 „Rettet die Wissenschaft“

| | Allgemein

Dass sich die Medienlandschaft rapide in Richtung online entwickelt und alle Printtitel – teilweise dramatisch – an Auflagen verlieren, ist bereits ein alter Hut. Aber gilt das wirklich für „Alle“?

Nein, es gibt tatsächlich Ausnahmen: DIE ZEIT wächst in der verkauften Auflage seit über zehn Jahren sanft aber kontinuierlich an. 2013 konnte ein Zuwachs

Quelle nach IVW
Quelle IVW. Diagramm CGC


gegenüber 2003 um über 14% verzeichnet werden. Die Zahl der Abonnenten hat in diesem Zeitrahmen um 31,4% zugenommen. Andere Titel stürzen dagegen in Ihrer Auflage innerhalb von 2 bis 3 Jahren zweistellig ab!). Eine hervorragende Entwicklung dieses sperrigen Monsters von einer Zeitung, an dem man sich mindestens eine Woche lang abarbeitet.

Wie schafft DIE ZEIT das?

Durch eine weit überdurchschnittliche Qualität der Inhalte, der ausgereiften und tiefen journalistischen Recherche (welche die voneinander abschreibenden Online Medien leider verloren haben bzw. meinen, dafür keine Zeit mehr zu haben), in dem weitgehendem  und unglaublich wohltuendem Verzicht auf Marktschreierei, durch Ausgewogenheit auch in der Investigation -von Skandalisierungen wird man verschont. Das ist das Pflichtprogramm des Erfolges!

Die Kür: Hier besteht DIE ZEIT durch eine optische Aufarbeitung die alle Vorteile des Printformates intelligent ausnutzt. Es ist oft nicht nur ein Lese- sondern auch ein Sehvermögen, die Artikel zu genießen. Beispiel: Frau Merkels Zeitreise zu den historischen Größen der Wirtschaftslehre, aufgearbeitet als großformatiger Comic. Oder die plakativen  ZEIT-Schaubilder, welche den Lesern helfen, Abläufe, Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu erkennen. Das geht in dieser Form nur in dem gedruckten, großformatigen A3 Zeitungsformat. Herrlich! Auch die ZEIT-iPad Variante kann das so nicht leisten. Und das mit guter Absicht.

Das Sahnehäubchen sind die Themenartikel

Lassen Sie uns z.B. die Artikelsammlung zu „Rettet die Wissenschaft“ in der Ausgabe 1/2014 anschauen. Neben dem hervorragenden Hauptartikel über die systembedingten Wissenschafts-(selbst)betrug unter dem Druck des Publikationindexes ordnen sich weitere Berichte, Interviews, Erklärungen (z.B. zur Statistik „Signifikanter Unsinn“ – absolut hervorragende journalistische Pädagogik für jedermann/frau) und wieder ein großformatiges Schaubild (der Weg zum Ruhm) und die 10 Thesen, wie die Probleme gelöst werden können, zu einem Gesamtkunstwerk zusammen. Das lässt sich nur gedruckt und in A3 genießen.

Collage by CGC
Collage by CGC


Tja, und nebenbei wird ein verdammt heißes Eisen in unserer wissenschafts- und innovationsabhängigen Wachstumsgesellschaft angepackt. In einer Breite und Tiefe an die sich bisher kein anderer Titel herangetraut hat.     Das Wachstum der ZEIT Auflage beweist, dass der Weg des high Quality Content honoriert wird – paid for print hat durchaus Zukunft, wenn man es mit Leidenschaft macht. Allerdings muss ich zugeben, dass DIE ZEIT auch noch die digitale Verknüpfung hinbekommt wie kaum ein anderer Titel. Ob in der Tablet eAbo-Aufarbeitung oder in der tablet-responsive Darstellung der online Webseite oder der pdf Download im digitalen Zusatzabo: DIE ZEIT scheint der Konkurrenz voraus.

Ich weiß nicht, ob es den Spiegel, die BILD oder die FAZ in 10 Jahren noch geben wird, gedruckt wohl kaum. Auf DIE ZEIT würde ich eine Wette eingehen.

Und was heißt das für die PR? Auf Augenhöhe bleiben – Qualität, Fakten und Ernsthaftigkeit anbieten, dann werden wir als Gesprächspartner und Supporter der Recherchierenden wahr- und angenommen. 

Hinterlasse eine Antwort