Mit Kapuzinerkresse und Meerrettich Antibiotikaresistenzen vermeiden

Thema: Atemwegsinfekte
Kategorie: Fachpresse
Veröffentlicht am: Donnerstag, 6. März 2008
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Atem- und Harnwegsinfekte gezielt behandeln

Antibiotikaresistenzen nehmen immer mehr zu. Laut Robert Koch Institut ist der Anteil methicillinresistenter Staphylokokken (MRSA), dem häufigsten Erreger von Krankenhausinfektionen, von 2002 bis 2006 von 12,8 Prozent auf 20,1 Prozent gestiegen. „Trotz dieser besorgniserregenden Entwicklung wird die Verordnung von Antibiotika nicht reduziert, obwohl Antibiotika häufig unnötig verschrieben werden und es heute alternative Behandlungsmöglichkeiten gibt“, beklagt Prof. Dr. med. Uwe Frank vom Universitätsklinikum Freiburg. Er plädiert dafür, Antibiotika gezielter einzusetzen und z.B. bei unkomplizierten viralen und bakteriellen Infektionen gegebenenfalls auch auf pflanzliche Antibiotika (wie z.B. ANGOCIN® Anti-Infekt N) auszuweichen. Im Gegensatz zu klassischen Antibiotika ist für das pflanzliche Arzneimittel auch nach Langzeittherapie keine Resistenzentwicklung bekannt.

In einigen Ländern haben die Resistenzraten bereits bedrohliche Ausmaße erreicht. Weltweit sterben mehr Menschen infolge antibiotikaresistenter Keime als an Aids. In Europa enden jährlich etwa 50.000 Krankheiten tödlich, die von arzneimittelresistenten Erregern ausgelöst wurden und auch in Deutschland steigt die Zahl der resistenten Keime stetig an. Eine Studie (Lancet 2007) hat gezeigt, dass bei Personen unter Antibiotikatherapie die Zahl der resistenten Keime um mehr als die Hälfte ansteigt. Sogar ein halbes Jahr nach Studienbeginn war die Rate der widerstandsfähigen Keime noch deutlich erhöht. Dies betrifft nicht nur die Patienten selbst, sondern auch deren Kontaktpersonen.

Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich: Vergleichbar wirksam wie klassische Antibiotika, keine Resistenzbildung

Gerade bei leichteren Infektionen wie Bronchitis, Pharyngitis, Tonsillitis, Sinusitis oder Blasenentzündung lohne sich ein Therapieversuch mit pflanzlichen Keimkillern auf jeden Fall, sagt Professor Frank. Eine Studie an 1.649 Erwachsenen (Goos et al. 2006) belegt für akute Sinusitis, akute Bronchitis und akute Harnwegsinfekte eine vergleichbare Wirksamkeit von ANGOCIN® Anti-Infekt N und Standard-Antibiotika bei einem erheblich besseren Sicherheitsprofil des pflanzlichen Präparates. Eine Resistenzentwicklung wurde bei dem pflanzlichen Arzneimittel selbst in der Langzeitanwendung bisher nicht beobachtet.

In-vitro-Untersuchungen (Conrad et al. 2006) zeigen, dass das pflanzliche Präparat – eine Kombination aus Kapuzinerkresse und Meerrettich – das Wachstum von 13 klinisch relevanten Erregern von Atemwegs-, Rachen- und Harnswegsinfektionen hemmt. Für das Benzylsenföl aus der Kapuzinerkresse konnte eine breite antibakterielle Wirkung im grampositiven und gramnegativen Bereich gezeigt werden. Das Allylsenföl aus der Meerrettichwurzel zeigt eine gute Wirksamkeit im grampositiven Spektrum, während das 2-Phenylsenföl ein erweitertes Wirkspektrum im gramnegativen Bereich aufweist. Beide Pflanzenstoffe zusammen bilden somit eine besonders wirkungsvolle pflanzliche Alternative zu klassischen Antibiotika. Die Pflanzenkombination, so Frank, zeigte sich sogar bei einigen Problemkeimen noch aktiv, gegen die bereits viele Antibiotika resistent sind. Selbst in der Langzeittherapie wurde bei den Senfölen aus Kapuzinerkresse und Meerrettich bisher keine Resistenzentwicklung beobachtet.

Unnötige Kosten für das Gesundheitssystem eindämmen

Professor Frank spricht sich für einen sorgfältigeren Einsatz von Antibiotika aus. Zum Beispiel würden bei 70-80 Prozent der Patienten mit akuter Bronchitis Antibiotika verabreicht, obwohl bei diesem Krankheitsbild – wie bei allen durch Viren hervorgerufenen Infektionen – Antibiotika fehl am Platze seien. Durch Verzicht auf Antibiotika könne nicht nur die Resistenzentwicklung deutlich reduziert, sondern darüber hinaus große Summen im Gesundheitssystem eingespart werden. Professor Gerd Glaeske, führender deutscher Gesundheitsökonom von der Uni Bremen, beleuchtet die Problematik mit Zahlen: „Eine Milliarde Euro würden wir im Jahr für Erkältungspräparate ausgeben, wenn wir bei diesen Krankheiten auf Antibiotika verzichteten. Dem stehen fünf bis sieben Milliarden indirekte Kosten gegenüber, einschließlich jener für die Behandlung von Antibiotika-Resistenzen.“

Bei wirklich schweren Infektionen, die unter Umständen lebensbedrohlich werden können, seien die klassischen Antibiotika natürlich unverzichtbar. „Und genau für diese Fälle müssen wir dafür Sorge tragen, dass die Resistenzen nicht weiter zunehmen“, so Frank.


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Redaktion:
Cramer-Gesundheits-Consulting
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Über ANGOCIN® Anti Infekt N:
Das Kombinationspräparat (rezeptfrei, Apotheke) enthält Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel. Die in beiden Pflanzen enthaltenen sog. Glucosinolate besitzen nach enzymatischer Umwandlung in die korrespondierenden Senföle antimikrobielle Eigenschaften. Die Tabletten können als Alternative zu klassischen Antibiotika sowohl bei akuten Harnwegsinfekten und akuten Infekten der oberen Atemwege als auch prophylaktisch eingenommen werden.


Literatur:
Conrad et al. 2006 : In-vitro-Untersuchungen zur antibakteriellen Wirksamkeit einer Kombination aus Kapuzinerkressekraut und Meerrettichwurzel, Arzneim-Forsch./Drug Res. 2006

The Lancet 2007, 369: 482-490

Goos, K.-H. et al. 2006, Wirksamkeit und Verträglichkeit eines pflanzlichen Arzneimittels mit Kapuzinerkressenkraut und Meerrettich bei akuter Sinusitis, akuter Bronchitis und akuter Blasenentzündung im Vergleich zu anderen Therapien unter den Bedingungen der täglichen Praxis. Arzneim-Forsch/Drug Res 56, Nr. 3, 249-257.


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