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Emnid-Umfrage zu latenter Hypothyreose: Therapie ja oder nein?
Thema: Textarchiv - Schilddrüsen-Erkrankungen
Kategorie: Fachpresse
Veröffentlicht am: Mittwoch, 29. Mai 2002
Presseanfragen bitte an: Susan Kirmse , Tel. 06196-7766-116
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In welchen Fällen ist eine latente Hypothyreose behandlungsbedürftig? Diese Frage wird in letzter Zeit immer wieder kontrovers diskutiert. Eine im April 2002 durchgeführte Emnid-Befragung bei Allgemeinmedizinern, Praktikern und Internisten ergab jetzt: Für 90 Prozent der Befragten ist die Therapie in der Schwangerschaft ein absolutes Muss. "Hier sollte kein Risiko eingegangen werden", kommentiert Professor Dr. Karl-Michael Derwahl, Berlin, das Ergebnis, "da es bei Hypothyreose zu spontanen Aborten, Frühgeburten, einer höheren perinatalen Sterblichkeit und zu kongenitalen Missbildungen kommen kann".
87 Prozent der Befragten halten eine Therapie nach einer Schilddrüsenresektion und 71 Prozent nach einer Radiojodtherapie für erforderlich. Dabei werden in der Regel Tagesdosen von 75 µg Levothyroxin (z.B. Euthyrox) benötigt. Auch bei Symptomen wie Müdigkeit und Leistungsschwäche ist für zwei Drittel der Befragten eine Therapie indiziert. Dies sind zugleich auch die Beschwerden, die der Befragung zufolge den größten Leidensdruck verursachen (82 % Müdigkeit, 79 % Antriebsarmut, 61 % Leistungsabfall).
Dazu Derwahl: "Auf jeden Fall sollte bei älteren Patienten mit entsprechender Symptomatik eine TSH-Bestimmung durchgeführt werden, um eine latente oder sogar manifeste Hypothyreose auszuschließen". Auch bei Frauen, die wegen perimenopausaler Symptome einen Arzt konsultieren, sei eine Bestimmung des basalen TSH empfehlenswert. Bei erhöhtem TSH sei dann vor Einleitung einer Hormonersatztherapie die Gabe von Levothyroxin indiziert.
60 Prozent der Befragten sehen darüber hinaus die Infertilität in jedem Fall als therapiebedürftig an. Manifeste aber auch bereits latente Hypothyreosen sind mit einer höheren Infertilitätsrate assoziiert. Die häufigsten klinischen Manifestationen sind dabei eine Hypo- und Oligomenorrhö. Ein Therapieversuch mit Levothyroxin kann im Falle einer subklinischen Hypothyreose die Fertilitätsrate erhöhen.
Im Allgemeinen wird die Therapie der latenten Hypothyreose mit einer Tagesdosis von 50 µg Levothyroxin begonnen. Bei älteren Patienten sind zu Beginn noch geringere Dosen indiziert, da die Schilddrüsenhormone den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels erhöhen und bei koronarer Herzkrankheit Angina pectoris-Beschwerden auslösen können.
Obwohl laut Statistik die Inzidenz der subklinischen Hypothyreose mit zunehmenden Alter steigt, können diese Korrelation nur 53 Prozent der befragten APIs in ihrer Praxis tatsächlich beobachten. 47 Prozent der Befragten sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Alter und dem Auftreten einer latenten Hypothyreose. Auch der geschlechtsspezifische Unterschied (Frauen sind laut Statistik 3-5 mal häufiger betroffen) wird nur von 65 Prozent der Befragten in der Praxis wirklich beobachtet.
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Redaktion:
Cramer-Gesundheits-Consulting
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65741 Eschborn
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