Aktuelle Emnid-Umfrage zeigt: Unsicherheit bei Diagnose der pulmonal arteriellen Hypertonie

Thema: Lungenhochdruck
Kategorie: Fachpresse
Veröffentlicht am: Mittwoch, 21. Februar 2007
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Bielefeld, Januar 2007 – Die seltene, aber schwerwiegende Erkrankung pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) ist 90 Prozent der deutschen Praktiker und Internisten ein Begriff. Im Detail gibt es jedoch noch Informationsbedarf bei der Klassifizierung, Diagnostik und Therapie, wie jetzt eine Repräsentativerhebung (Dezember 2006) unter 150 Allgemeinärzten, Praktikern und Internisten des Forschungsinstituts TNS, Bielefeld, ergeben hat. Besonders die häufig erst späte Diagnose dieser Erkrankung kann den Betroffenen Chancen verbauen. Denn erste Analysen der EARLY Studie (Endothelin Antagonist TRial in MiLdlY Symptomatic PAH patients) zeigen, dass eine Therapie bei Patienten in frühen Krankheitsstadien (NYHA-Klasse II) die Progression signifikant verzögern kann.

48 Prozent der befragten Ärzte definierten die PAH als Lungengefäßhochdruck bzw. als Erhöhung des Lungengefäßwiderstandes, so die Umfrageergebnisse. Nur 10 Prozent der Befragten war die PAH nicht bekannt. Zur Einteilung der PAH konnten 68 Prozent Angaben machen, die aktuelle Venedig-Klassifikation aus dem Jahr 2003 kannte allerdings nur ein Viertel der Befragten.

Noch nicht Realität: niedergelassene Ärzte als erste Ermittler einer PAH

Weitgehend bekannt sind die Hauptsymptome der PAH: Schnelle körperliche Erschöpfung unter Belastung (91 Prozent), Dyspnoe (90 Prozent), Ödeme und gestaute Halsvenen (66 Prozent). Trotzdem scheinen die frühen Symptome so unspezifisch zu sein, dass die Diagnose „PAH“ oft erst Jahre nach den ersten Beschwerden gestellt wird, wenn die Patienten sich meist schon in der funktionellen WHO-/NYHA-Klasse III, wenn nicht gar IV befinden. Nach Angaben der Ärzte spielt die Echokardiographie nur zu 37 Prozent und die Rechtsherzkatheteruntersuchung zu 26 Prozent eine diagnostisch wichtige Rolle. Dabei sind beide Untersuchungen gemäß internationaler und deutscher Leitlinien ausschlaggebend für die Sicherung der Diagnose „PAH“. Spezielle Untersuchungen wie die Rechtsherzkatheter-Untersuchung zur Sicherung der endgültigen Diagnose sollten immer in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden. Der niedergelassene Arzt kann durch erste diagnostische Schritte wichtige Hinweise auf diese schwerwiegende Erkrankung ermitteln.

PAH – frühzeitig daran denken „lohnt“ sich

Dass es sich im Sinne des Patienten durchaus „lohnt“ die seltene Krankheit „PAH“ als Arzt stetig im Hinterkopf zu haben, bestätigen die ersten Auswertungen der erwähnten aktuellen Studie, die erstmals die Wirkungen einer Behandlung in frühen Stadien der PAH (WHO/NYHA-Klasse II) evaluiert. Die vorläufigen Ergebnisse der EARLY-Studie zeigen, dass ohne gezielte Behandlung auch PAH-Patienten mit milder Symptomatik innerhalb kurzer Zeit mit einer Verschlechterung ihres Zustandes zu rechnen haben. Durch die Behandlung mit dem oralen dualen Endothelin-Rezeptor-Antagonisten Bosentan (Tracleer®) konnte die klinische Verschlechterung deutlich verlangsamt werden. Bosentan, bislang für die funktionelle WHO-/NYHA-Klasse III (für die USA auch Klasse IV) zugelassen, wird in allen Leitlinien als First-Line-Therapeutikum eingestuft. Auch 34 Prozent der befragten Ärzte der EMNID-Befragung war Bosentan bekannt und sie assoziierten mit seiner Anwendung vor allem die Verbesserung der Lebensqualität beim Patienten (88 Prozent) und die Steigerung der physischen Belastbarkeit (80 Prozent). Den Wirkmechanismus, die Antagonisierung des pathophysiologisch bedeutenden Mediators Endothelin, erwähnte die Hälfte. Durch den Eingriff in die Pathogenese der PAH mit einem dualen Endothelin-Rezeptor-Antagonisten kann jedoch die zugrunde liegende Erkrankung, eine Vaskulopathie, gezielt therapiert werden.

Über das Design der EARLY-Studie
Die Phase-IIIb-Studie EARLY (Endothelin Antagonist Trial in miLdly Symptomatic PAH patients) umfasste eine Gesamtzahl von 185 PAH-Patienten (92 auf Plazebo und 93 auf Bosentan) in 52 Zentren in 22 Ländern (USA, Europa, Mittlerer Osten, Lateinamerika, Australien und Südostasien). Bei EARLY handelte es sich um eine plazobokontrollierte Doppelblindstudie, an der mindesten 12 Jahre alte männliche und weibliche Patienten mit leichter symptomatischer PAH (modifizierte NYHA-Funktionsklasse II) beteiligt waren. Strikte Einschluss- und Ausschlusskriterien wurden angewendet um sicherzustellen, dass nur leicht symptomatische Patienten in die Studie aufgenommen wurden. Der PAH-Status wurde zu Beginn der Studie mittels einer invasiven hämodynamischen Untersuchung ermittelt.

Die Dosierung für Bosentan lag bei anfänglich 62,5 mg b.i.d. über vier Wochen für alle Patienten und bei einer Zieldosis von 125 mg b.i.d. über einen Zeitraum von fünf Monaten. Die Gesamtdauer der Gabe von Aktivsubstanz oder Plazebo lag damit bei sechs Monaten. Nach sechs Monaten konnten die Patienten entscheiden, ob Sie weiter an einer offenen Folgestudie teilnehmen wollten, die zur Zeit noch läuft und Langzeitdaten liefern soll.

Primäres Ziel der Studie war es zu zeigen, dass Bosentan die Hämodynamik des Herzens verbessert und, dem untergeordnet, die körperliche Leistungsfähigkeit von Patienten mit leichter symptomatischer PAH verbessert. Das hauptsächliche Sekundärziel der Studie war die Evaluierung der Wirkung von Bosentan auf die Zeitspanne bis zur klinischen Verschlechterung der Krankheit. Andere sekundäre Ziele beinhalteten Atemnot, NYHA-Klasse und Lebensqualität. Die Studie untersuchte auch Sicherheit und Verträglichkeit.

Nach der Zulassung von Sildenafil als Behandlungsmöglichkeit für PAH passte Actelion das Design der EARLY-Studie an und ergänzte es um Sildenafil als Hintergrundtherapie. Eine Analyse der vorab definierten Teilgruppe von 28 Sildenafil-Patienten, die randomisiert entweder Plazebo oder Bosentan erhielten, wird zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sein.

Actelion Ltd
Actelion Ltd ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Allschwil/Basel, Schweiz. Actelions erstes Medikament, Tracleer®, ist ein zur Therapie der pulmonalen arteriellen Hypertonie zugelassener dualer Endothelin-Rezeptor-Antagonist in Tablettenform. Actelion vertreibt Tracleer® durch eigene Niederlassungen in den wichtigsten internationalen Märkten, so den Vereinigten Staaten (mit Sitz in South San Francisco), der Europäischen Union, Japan, Kanada, Australien und der Schweiz. Actelion konzentriert sich darauf, innovative Medikamente in Bereichen mit hohem medizinischem Bedarf zu entdecken, zu entwickeln und zu vermarkten. Gegründet im Jahre 1997 ist Actelion ein weltweit führendes Unternehmen bei der Erforschung des Endothels. Das Endothel trennt die Gefäßwand vom Blutstrom. Actelion Aktien sind am SWX Swiss Exchange notiert (Symbol: ATLN).


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Cramer-Gesundheits-Consulting
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