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Internationaler Wissenschaftspreis an Giessener Lungenhochdruckforscher verliehen
Thema: Textarchiv - Lungenhochdruck
Kategorie: Fachpresse/Publikumspresse
Veröffentlicht am: Montag, 27. November 2006
Presseanfragen bitte an: Kerstin Depmer , Tel. 06196-7766-117
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.
Erkenntnisse auch für Entwicklung neuer Therapien bei anderen Gefäßerkrankungen bedeutsam
München – September 2006 – Für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Lungenhochdruckforschung wurde Prof. Dr. rer. nat. Ralph Schermuly von der Giessener Justus-Liebig-Universität im Rahmen des Kongresses der European Respiratory Society (ERS) mit dem „Pulmonary Arterial Research Award“ ausgezeichnet. Überreicht wurde der von Actelion Pharmaceuticals Ltd gesponserte Preis von der europäischen Fachgesellschaft ERS. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis zielt darauf, die Forschung und den Kenntnisstand über Lungenhochdruck, einer häufigen zum Teil lebensgefährlichen Lungengefäßerkrankung, zu fördern. „Darüber hinaus“, so Schermuly, „besteht die Chance, dass unsere Forschungsergebnisse auch auf andere Gefäßerkrankungen außerhalb der Lunge wie die Atherosklerose mit ihren Folgekomplikationen – z.B. Schlaganfall –, angewandt werden und damit neue effektivere therapeutische Möglichkeiten auch auf diesen Gebieten entwickelt werden könnten.“
Schermulys Arbeitsgruppe am kürzlich gegründeten Elitezentrum ECCPS (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System) der Universität Giessen befasst sich mit dem Problem des Remodellings, also der Gefäßwandveränderungen wie sie u.a. bei Lungenhochdruckkranken vorkommt. Dieser strukturelle Gefäßwandumbau trägt neben der Vasokonstriktion zu dem hohen Druck im Lungenkreislauf bei. Damit wird klar, dass eine einfache Blutdrucksenkung im Lungenkreislauf als dauerhafte Therapie dieser Erkrankung nicht ausreichen kann. Vielmehr, fügt Schermuly an, gelte es, diese Zellveränderungen in der Gefäßwand mit geeigneten Medikamenten wie beispielsweise den Endothelin-Rezeptor-Antagonisten zu stoppen.
Seine Motivation, sich mit dieser Erkrankung zu beschäftigen, sieht Schermuly insbesondere darin, dass der Lungenhochdruck eine in ihrer Anzahl dramatisch unterschätzte Gefäßerkrankung in dem bislang nur wenig erforschten Kreislauf der Lunge sei, die häufig junge Menschen treffe. Bis vor wenigen Jahren war es nicht möglich, gezielt die Blutgefäße in der Lunge zu erweitern. Am Ende stand bei jüngeren Patienten häufig die Lungentransplantation. Das hat sich aufgrund intensiver Forschung geändert. Mittlerweile stehen drei medikamentöse Therapieansätze für die häufigste Form des Lungenhochdrucks, die pulmonale arterielle Hypertonie (PAH), zur Verfügung: ein Endothelin-Rezeptor-Antagonist, ein Phosphodiesterase-5-Hemmer und Prostanoide. Mit diesen viel versprechenden Therapieansätzen lassen sich die körperliche Belastbarkeit und die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich verbessern. Heilen lässt sich die Erkrankung allerdings noch nicht, so dass die wissenschaftliche Forschung nicht zuletzt durch Forschungspreise wie den genannten weiter vorangetrieben werden muss.
Über PAH
Die pulmonale arterielle Hypertonie ist eine krankhafte Druckerhöhung in den Lungengefäßen. Man spricht von einer pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH), wenn der Mitteldruck in der Pulmonalarterie > 25 mmHg in Ruhe (physiologisch 15 mmHg) oder > 30 mmHg bei Belastung ist.
Typischerweise kommt es bei PAH zu einer Verengung der Lungenarterien (zunächst funktionell, später auch strukturell), was zur Widerstandserhöhung im Pulmonalkreislauf führt. Den erhöhten Widerstand muss die rechte Herzhälfte durch Mehrarbeit überwinden, um die gleiche Menge an Blut zur Oxigenierung in die Lunge zu pumpen wie unter physiologischen Druckverhältnissen. Folge ist meist die Hypertrophie der rechten Herzhälfte bis hin zum Rechtsherzversagen.
Eine Schlüsselrolle in der Pathogenese der PAH spielt das Endothelin. Endothelin ist ein Protein, das im Endothel vorkommt, einer dünnen Zellschicht, die die Wandauskleidung der Blutgefäße bildet. Endothelin ist einer der stärksten bekannten Vasokonstriktoren (100-mal höhere vasokonstriktorische Potenz als Noradrenalin, 10-mal höhere als Angiotensin II). Bei PAH-Patienten finden sich erhöhte Plasma-Konzentrationen an Endothelin, die mit der Schwere der Erkrankung korrelieren. Eine erhöhte Konzentration ist mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Die schädlichen Endothelin-Wirkungen werden dabei über zwei verschiedene Rezeptor-Subtypen (ETA und ETB) vermittelt.
Symptomatik
In der Frühphase der Erkrankung sind zunehmende Dyspnoe, rasche Erschöpfbarkeit und verminderte Leistungsfähigkeit meist die ersten Anzeichen für das Vorliegen einer PAH.
Actelion Ltd
Actelion Ltd ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Allschwil/Basel, Schweiz. Actelions erstes Medikament mit dem Wirkstoff Bosentan ist ein zur Therapie der pulmonalen arteriellen Hypertonie zugelassener dualer Endothelin-Rezeptor-Antagonist in Tablettenform. Actelion vertreibt dieses Medikament durch eigene Niederlassungen in den wichtigsten internationalen Märkten, so den Vereinigten Staaten (mit Sitz in South San Francisco), der Europäischen Union, Japan, Kanada, Australien und der Schweiz. Actelion konzentriert sich darauf, innovative Medikamente in Bereichen mit hohem medizinischem Bedarf zu entdecken, zu entwickeln und zu vermarkten. Gegründet im Jahre 1997 ist Actelion ein weltweit führendes Unternehmen bei der Erforschung des Endothels. Das Endothel trennt die Gefäßwand vom Blutstrom. Actelion Aktien sind am SWX Swiss Exchange notiert (Symbol: ATLN).
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Redaktion:
Cramer-Gesundheits-Consulting
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