Erste plazebokontrollierte Studie bei Patienten mit Eisenmenger-Syndrom zum Nachweis eines therapeutischen Nutzens in Circulation veröffentlicht

Thema: Textarchiv - Lungenhochdruck
Kategorie: Fachpresse
Veröffentlicht am: Mittwoch, 30. August 2006
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BREATHE-5-Studie zeigt: Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Hämodynamik bei Patienten, die mit Bosentan behandelt wurden

ALLSCHWIL, SCHWEIZ – Juli 2006 – Eine in Circulation veröffentlichte Studie zeigt, dass Patienten mit Eisenmenger-Syndrom, einer schweren Form von pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH), die sich als Komplikation infolge eines angeborenen Herzfehlers entwickelt, positiv auf die Behandlung mit Bosentan (Tracleer®) reagierten (Galiè 2006).

Das Eisenmenger-Syndrom ist die am meisten fortgeschrittene Form einer PAH, die sich aus einem angeborenem Herzfehler entwickelt. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist - verglichen mit anderen Formen von kongenitalen Herzfehlern (CHD) - besonders schlecht und mit Organschäden sowie einer erhöhten Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes verbunden (Diller 2005).

Die BREATHE-5-Studie (Bosentan Randomized trial of Endothelin Antagonist THErapy – 5 ) untersuchte 54 Patienten über einen Zeitraum von 16 Wochen und ist die erste multizentrische, randomisierte und plazebokontrollierte Doppelblindstudie überhaupt, die in dieser Gruppe schwerkranker Patienten durchgeführt wurde und einen therapeutischen Nutzen zeigt (Galiè 2006).

Die Behandlung mit Bosentan verbesserte signifikant die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten, gemessen mittels 6-Minuten-Gehtest, und resultierte in einem Behandlungseffekt von 53,1 m (p = 0,008) (Galiè 2006.

Die Hämodynamik, gemessen als pulmonaler Gefässwiderstand (PVRi), verbesserte sich ebenfalls bei den Bosentan-Patienten mit dem Resultat eines statistisch signifikanten Behandlungseffektes (p = 0,0383) (Galiè 2006).

Professor Nazzareno Galiè vom Kardiologischen Institut der Universität Bologna und leitender Autor der Studie kommentierte: „Es ist beeindruckend zu sehen, dass in dieser Gruppe kranker Patienten die körperliche Leistungsfähigkeit innerhalb kurzer Zeit signifikant verbessert werden kann ohne Verschlechterung der Sauerstoffversorgung. Diese Ergebnisse sind ermutigend für Patienten mit einer Erkrankung, für die es bisher keine Therapieoption gibt.“

Der primäre Endpunkt der Studie war der Nachweis der Sicherheit von Bosentan für diese Patienten, gemessen an der durchschnittlichen Sauerstoffsättigung. Die Studienergebnisse zeigen, dass Bosentan die Sauerstoffsättigung nicht verschlechtert hat. Der Behandlungseffekt lag bei 1,0 % in Bezug auf die Sauerstoffsättigung (SpO2) (Galiè 2006).

Alle in die Studie eingeschlossenen Patienten hatten das Eisenmenger-Syndrom und befanden sich in der WHO/NYHA-Klasse III. Eine Verbesserung der Klasse III zu Klasse II wurde bei zwei Patienten in der Plazebogruppe (13 %) festgestellt, verglichen mit 13 Patienten in der Bosentan-Gruppe (35 %). Ein Patient in der Plazebogruppe (6 %) und ein Patient in der Bosentan-Gruppe (3 %) verschlechterte sich hin zu WHO-Klasse IV; alle anderen Patienten blieben in der WHO/NYHA-Klasse III (Galiè 2006).

Das Sicherheitsprofil von Bosentan war vergleichbar mit dem vorausgegangener klinischer Studien bei PAH (Galiè 2006).

Bosentan ist ein oraler dualer Endothelin-Rezeptor-Antagonist, der zurzeit für die Behandlung pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH - Funktionelle Klasse III und IV in den USA, Klasse III in Europa) zugelassen ist, zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur Verringerung der Rate klinischer Verschlechterungen (Tracleer® Fachinformation). Die Ergebnisse der BREATHE-5-Studie bei Patienten mit PAH in Assoziation mit angeborenen systemisch-pulmonalen Shunts und Eisenmenger-Physiologie werden derzeit von der EMEA (European Medicine Agency) begutachtet.

Über die Studie
BREATHE-5 war die erste multizentrische, doppel-blinde, randomisierte (2:1), plazebokontrollierte Studie, die die Wirkungen von Bosentan auf die systemische Sauerstoffsättigung, die pulmonale und systemische Hämodynamik und die körperliche Leistungsfähigkeit bei Patienten mit Eisenmenger-Syndrom untersuchte.
54 Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und mit Bosentan (n = 37) oder Plazebo (n = 17) über 16 Wochen behandelt. Die Untersuchung wurde in 15 Zentren in Europa, Nordamerika und Australien durchgeführt.

Über das Eisenmenger-Syndrom
Das Eisenmenger-Syndrom ist eine fortschreitende Herzkrankheit und tritt bei Menschen auf, die einen angeborenen Herzfehler oder ein „Loch im Herzen“ haben. Vor der Entwicklung eines Eisenmenger-Syndroms führt der Herzfehler dazu, dass Blut vom linken Ventrikel in den rechten fließt (Links-Rechts-Shunt), wodurch der Blutfluss durch die Lunge ansteigt. Im Laufe der Zeit führt die Schädigung der pulmonalen Blutgefäße zu einem erhöhten Widerstand des Blutflusses zu den Lungen (pulmonale Hypertonie). Dies führt zu einer Umkehr des Shunts, so dass das Blut von der rechten auf die linke Seite fließt. Dieses Phänomen der pulmonalen Hypertonie und des Rechts-Links-Shunts bezeichnet man als Eisenmenger-Syndrom oder Eisenmenger-Physiologie.
Dieser Blutfluss von rechts nach links verursacht das am leichtesten erkennbare Symptom des Eisenmenger-Syndroms, eine blaue Tönung der Haut (Zyanose) als Folge der niedrigen Sauerstoffkonzentration im Blut. Gegenwärtig stehen keine Maßnahmen zur Verfügung, die den klinischen Status dieser Patienten signifikant verbessern können.

Literatur

1. Galie N et al; Circulation. 2006; 114: 48-54
2. Diller GP et al; Circulation. 2005;112: 828-35
3. Tracleer® Fachinformation, Stand Dezember 2005

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Redaktion:
Cramer-Gesundheits-Consulting
Postfach 11 07
65741 Eschborn


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