Natürliche Senföle wirksam wie klassische Antibiotika

Thema: Textarchiv - Harnwegsinfekte
Kategorie: Fachpresse
Veröffentlicht am: Mittwoch, 30. August 2006
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Forscher des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universitätsklinik Freiburg untersuchten im Rahmen einer Studie insgesamt 13 Bakterienarten auf ihre Empfindlichkeit gegen Senföle (Isothiocyanate) aus einer Kombination von Meerrettich und Kapuzinerkresse (ANGOCIN® Anti-Infekt N). Bei allen getesteten grampositiven und gramnegativen Bakterienarten konnte eine deutliche Wachstumshemmung bis hin zur kompletten Abtötung nachgewiesen werden. Die antibakteriellen Eigenschaften beider Heilpflanzen sind zwar seit langem bekannt, jetzt steht jedoch fest, welche Keime besonders stark auf Senföle reagieren.

Mit Hilfe eines speziellen Gastests wurde die keimtötende Wirkung von Senfölen aus Kapuzinerkressenkraut (K) und Meerrettichwurzel (M) auf insgesamt 13 klinisch relevante Erreger bakterieller Infektionen der ableitenden Harnwege sowie des Respirationstraktes geprüft.

Zu den untersuchten grampositiven Erregern gehörten Staphylococcus aureus, Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA), Streptococcus pyogenes, vergrünende Streptokokken, Streptococcus pneumoniae, Enterococcus faecalis und Entercoccus faecium. Im gramnegativen Bereich wurden Pseudomonas aeruginosa, Klebsiella pneumoniae, E. coli, Proteus vulgaris, Moraxella catarrhalis und Haemophilus influenzae getestet.

Als Maß für die Fähigkeit der kombinierten Einzelsubstanzen, Bakterien einer Spezies abzutöten, wurde die so genannte MHK90 (minimale Hemmkonzentration) bestimmt. Das ist die Testsubstanzenkonzentration, bei der mindestens 90 Prozent der getesteten Stämme einer Spezies vollständig abgetötet werden. Parameter für die Wachstumshemmung der Bakterien durch ANGOCIN® Anti-Infekt N war die Reduktion Kolonie bildender Einheiten (KBE) auf einer Testplatte. Für jeden Stamm wurden die ausgezählten KBE mit der im Rahmen der Wachstumskontrolle ohne die Testsubstanzen ermittelten Koloniezahl in Bezug gesetzt und die Reduktion in Prozent ermittelt. Pro Spezies wurden 20 Stämme getestet und aus den Ergebnissen die mittlere Reduktion bestimmt.

Modifizierter in-vitro Gastest

Die Ergebnisse der Studie wurden mit einem bereits bekannten, für diese Untersuchung jedoch weiterentwickelten und verbesserten Gastest ermittelt:
Angocin® Anti-Infekt N-Tabletten wurden in definierter Menge zerrieben, mit sterilem Wasser vermischt und der entstandene „Testsubstanz-Brei“ auf die Deckelinnenseiten von Columbia-Agarplatten aufgebracht. Die Deckel wurden anschließend auf die mit den genannten Bakterienspezies beimpften Agarplatten gelegt, gasdicht verschlossen und über Kopf bei 37° C inkubiert. Nach 24 und 92 Stunden wurde die Reduktion der Kolonie bildenden Einheiten (KBE) ermittelt sowie die MHK90 für die getesteten Stämme bestimmt. Erreger und Testsubstanzen hatten keinen direkten Kontakt, sondern waren durch den so genannten „Gasraum“ getrennt. Die durch die Zugabe von Wasser enzymatisch freigesetzten flüchtigen Senföle diffundierten durch den Gasraum und wirkten auf die zu testenden Bakterien ein.

Das Verhältnis der Einzelsubstanzen von 2,5:1 (K:M) entsprach dem Verhältnis der Einzelsubstanzen in den handelsüblichen ANGOCIN® Anti-Infekt N-Filmtabletten, die 200 mg Kapuzinerkresse und 80 mg Meerrettich enthalten.

ANGOCIN® Anti-Infekt N zeigte bei allen untersuchten Spezies eine antibakterielle Wirkung sowohl im gramnegativen als auch im grampositiven Bereich. Im Vergleich zu früheren Studien, in denen Kapuzinerkresse allein kaum etwas gegen Pseudomonas aeruginosa ausrichtete, wurde mit dem Kombinationspräparat eine deutliche Wirksamkeit beobachtet. Für H. influenzae betrug die MHK90 50 mg K/20 mg M und für M. catarrhalis 100mg K/40 mg H. Bei anderen Keimen – z. B. MRSA, MSSA, E. coli und S. pyogenes – waren etwas höhere Konzentrationen (400mg K/160 mg M) der Testsubstanzen notwendig, um 90 Prozent der Stämme abzutöten.

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Über ANGOCIN® Anti Infekt N: Das Kombinationspräparat (rezeptfrei, Apotheke) enthält Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel. Die in beiden Pflanzen enthaltenen sog. Glucosinolate besitzen nach enzymatischer Umwandlung in Benzyl- und Allylsenföl antimikrobielle Eigenschaften gegen Bakterien, Viren und Pilze. Die Tabletten können als Alternative oder flankierend zu synthetischen Antibiotika bei Harnwegsinfek-ten und Infekten der oberen Atemwege eingenommen werden.

Literaturnachweis:
Daschner F, Frank U, Dorfmüller A, Untersuchungen der antibak-teriellen Wirkung von Angocin® Anti-Infekt N; Institut für Umwelmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg, 2006, Publikation in Arzneimittel-Forschung/Drug Research ist in Vorbereitung


Redaktion:
Cramer-Gesundheits-Consulting
Postfach 11 07
65741 Eschborn



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