Schilddrüse der Frau besonders gefährdet

Thema: Textarchiv - Schilddrüsen-Erkrankungen
Kategorie: Publikumspresse
Veröffentlicht am: Samstag, 20. September 2003
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Berlin. „Im Hinblick auf Schilddrüsenerkrankungen sind Frauen das schwache Geschlecht“, erklärte der Schilddrüsenexperte Professor Karl-Michael Derwahl beim Berliner Schilddrüsensymposium am 20. September. Knoten, Kröpfe und Funktionsstörungen der Schilddrüse treten bei Frauen 3 bis 5mal häufiger auf als bei Männern. Besonders in der Schwangerschaft können die Folgen fatal sein, wenn möglichen Fehlentwicklungen nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Umgekehrt kann die Schilddrüse aber auch Schuld sein, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Liegt eine Unterfunktion vor, kann eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen zum ersehnten Wunschkind verhelfen.

„Ursache für das häufige Auftreten von Schilddrüsenkrankheiten bei Frauen sind die Hormonumstellungen, die jede Frau in ihrem Leben durchmacht“, so Derwahl. Nicht nur die monatliche Regelblutung, auch Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit und die Wechseljahre führen zu erheblichen Hormonschwankungen. Diese Veränderungen können die Funktion der Schilddrüse erheblich beeinträchtigen.

Die Schilddrüse, ein walnussgroßes Organ unterhalb des Kehlkopfes, steuert mit ihren Hormonen viele unserer Körperfunktionen: Stoffwechsel, Herz- und Kreislauf, Magen und Darm, Nerven und Muskeln. Bei einer Unterfunktion beispielsweise verlangsamen sich die genannten Prozesse, da zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet werden. Dies kann unter anderem eine gestörte Hormonbildung in den Eierstöcken zur Folge haben und somit Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit hervorrufen. „Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten unbedingt mit dem so genannten TSH-Test die Funktion ihrer Schilddrüse überprüfen lassen,“ rät Derwahl. Liege eine Unterfunktion vor, könne diese durch den Ausgleich der fehlenden Schilddrüsenhormone z.B. mit Euthyrox leicht behoben werden.

Eine nicht rechtzeitig erkannte Schilddrüsenfehlfunktion kann aber auch schwerwiegende Komplikationen während einer Schwangerschaft auslösen. Fehl- oder Frühgeburten und geistige oder körperliche Entwicklungsstörungen des Kindes können die Folge sein. Ein weiteres Risiko in der Schwangerschaft: Durch den erhöhten Jodbedarf kann bei Mutter und Kind ein Kropf, eine Vergrößerung der Schilddrüse, entstehen.

Um reibungslos arbeiten zu können, muss die Schilddrüse ständig mit dem Spurenelement Jod versorgt werden, dem unentbehrlichen Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Experten empfehlen daher zur Vorbeugung einer Schilddrüsenstörung bei Mutter und Kind während der Schwangerschaft die tägliche Einnahme von 200 µg Jodid. „Eine jodsalzreiche Ernährung reicht in der Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund des erhöhten Jodbedarfes nicht aus,“ erklärte Derwahl.

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Redaktion:
Cramer-Gesundheits-Consulting
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