13. Essener Schilddrüsengespräch: Diagnostik von Schilddrüsenkrankheiten - Möglichkeiten und Grenzen

Thema: Textarchiv - Schilddrüsen-Erkrankungen
Kategorie: Fachpresse
Veröffentlicht am: Donnerstag, 14. November 2002
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Essen. Eine gesicherte Diagnose der zugrundeliegenden Schilddrüsenkrankheit ist für eine effiziente Therapie von großer Bedeutung, eröffnete Professor Klaus Mann das diesjährige Essener Schilddrüsengespräch am 13. November 2002. Bei der traditionell von Merck, Darmstadt, unterstützen Fortbildungsveranstaltung wurden unter der Leitung von Professor Klaus Mann und Dr. Onno E. Janßen vom Universitätsklinikum Essen die Möglichkeiten, aber auch Grenzen der heute verfügbaren Diagnostik diskutiert und an Fallbeispielen erläutert.

"Anamnese und körperlicher Untersuchungsbefund stellen wichtige Elemente bei der Einschätzung des klinischen Schweregrades, der Therapiebedürftigkeit und der Prognose von Schilddrüsenkrankheiten dar," so Mann beim 13. Essener Schilddrüsengespräch. Sie seien die Grundlage für die Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren. Anamnestisch sind familiäre Häufungen, Risikofaktoren, Hinweise zur Vorbehandlung, aber auch besondere Ernährungsgewohnheiten sowie die Jodbelastung durch jodhaltige Medikamente oder Röntgenkontrastmittel von Bedeutung. Die klassischen Symptome der Hyperthyreose finden sich vorwiegend bei jüngeren Patienten. Oligo- oder monosymptomatische Formen erschweren bei alten Menschen häufig eine frühe Diagnose von Schilddrüsenkrankheiten.

Bei alten Menschen an latente Hypothyreose denken

Die Hypothyreose beginnt meist schleichend. Bei jungen Menschen sind Zyklusstörungen und Infertilität oft die einzigen Symptome einer subklinischen Hypothyreose. Bei älteren Menschen, so Mann, würden Veränderungen wie Verschlechterung der Gedächtnisfunktion, Antriebsarmut, Müdigkeit und Verwirrung häufig dem Alter zugeschrieben. Es sei sinnvoll, bei älteren Patienten mit entsprechender Symptomatik zunächst eine TSH-Bestimmung durchzuführen, um eine latente oder sogar manifeste Hypothyreose auszuschließen. Eine frühzeitige Behandlung der latenten Hypothyreose mit Levothyroxin (z.B. Euthyrox) ist in vielen Fällen sinnvoll, da sie die Weiterentwicklung zur manifesten Hypothyreose verhindern und die entsprechenden Symptome verbessern kann.

TRH-Test fast immer entbehrlich

Bei der primären Hypothyreose ist das TSH erhöht und das freie Thyroxin erniedrigt. "Ein normaler TSH-Wert schließt eine Hyperthyreose und eine Hypothyreose bis auf seltene Ausnahmefälle aus," erklärte Dr. Onno E. Janßen zur Hormonanalytik von Schilddrüsenkrankheiten. Bei der Grenzwerthyperthyreose bestehe eine periphere Euthyreose mit supprimiertem TSH. Ihre Identifikation sei wichtig, da sie Tachyarrhythmien auslösen könne. Ein TRH-Test sei im Zeitalter der supersensitiven TSH-Bestimmung fast immer entbehrlich.

Heiße Knoten szintigrafisch gut erkennbar

Die nuklearmedizinischen Untersuchungsmethoden haben sowohl bei gut- als auch bei bösartigen Schilddrüsenerkrankungen einen hohen Stellenwert. "Während bösartige Veränderungen praktisch immer eine verminderte Jodaufnahme zeigen und damit im Szintigramm mit Pertechnetat 'kalt' erscheinen, sind 'heiße' Knoten gutartig," so Professor Andreas Bockisch. Bei bekannter Hyperthyreose lasse sich szintigrafisch die Art der Erkrankung (fokal, multifokal oder disseminiert) feststellen. Selbst bei laborchemisch noch nicht manifester Hyperthyreose sei szintigrafisch das Ausmaß und damit die Dringlichkeit einer Therapie zu erkennen. Metastasen eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms können mit dem Radiojodganzkörperszintigramm nach der Entfernung der Schilddrüse entdeckt und sehr effektiv eliminiert werden. Neue spezifische Radiotracer stehen für andere Arten von Schilddrüsenkrebs zur Verfügung.

Weitere Informationen rund um das Thema Schilddrüsenkrankheiten gibt es im Internet unter www.medizinpartner.de.

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Redaktion:
Cramer-Gesundheits-Consulting
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